
Die orthodoxe Kirchenfamilie ist mit etwa 300 Millionen Gläubigen weltweit die drittgrößte christliche Konfession. Doch auch sie verteilen sich nicht auf eine einzige Kirche: der mit 250 Millionen Gläubigen größere Teil gehört den östlich-orthodoxen Kirchen an, die sich als eine Kirche verstehen, da sie miteinander in Gemeinschaft stehen und die wichtigsten Fragen gemeinsam entscheiden Etwa 50 Millionen ordnen sich zu den sechs orientalisch-orthodoxen Kirchen, deren Ursprungsgebiete im Nahen Osten, dem Südkaukasus, der Türkei, Nord- und Ostafrika sowie Indien liegen.
Die Trennung zwischen östlich-orthodox und orientalisch-orthodox geht zurück auf ein christologisches Streitthema des Konzils von Chalzedon im Jahr 451 n.Chr.. Mittlerweile haben sich die beiden orthodoxen Konfessionsfamilien einander wieder angenähert: Man meine das gleiche, benutze in der Streitfrage jedoch eine andere Terminologie.
Die Trennung zwischen den Orthodoxen und der westlichen Kirche fand durch eine Entfremdung zwischen Ost und West 1054 statt. Eine theologische Frage, die seither die Orthodoxen nicht nur von der römisch-katholischen sondern auch von den evangelischen Kirchen trennt, ist die Frage danach, wie sich der Heilige Geist zu Gott-Vater verhält: Geht der Geist aus dem Vater (allein) hervor ? – so die orthodoxe und ursprüngliche Formulierung des dritten Artikels des Nizäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses, oder geht er aus dem Vater und dem Sohn hervor ? – so die Formulierung, die sich im Westen durchgesetzt hat. Allein in Deutschland leben mehr als 2 Millionen orthodoxe Christen.

In den orthodoxen Kirchen spielen Ikonen eine wichtige Rolle. Auf dem Bild sieht man ein Ikonenbild aus der rumänisch-orthodoxen Kirche in Kassel. Die Ikonen werden ehrfuchtsvoll begrüßt, z.B. durch Verneigen oder Küssen. Sie dienen der Vergegenwärtigung von Glaubenswahrheiten. Wichtig ist die Unterscheidung von Verehrung und Anbetung: Ikonen werden verehrt, Anbetung gebührt aber alleine Gott.
In orthodoxen Kirchen trennt die Ikonostase, die Ikonenwand, den Kirchenraum und den Altarraum voneinander ab.
