
Die Praxis des Abendmahls verbindet die Konfessionen, insofern es in allen Konfessionen gefeiert wird. Zugleich trennt es auch die Christenheit, da nicht zwischen allen Konfessionen und Gemeinschaften Abendmahlsgemeinschaft besteht. Wesentliche Elemente gleichen sich in den Konfessionen, z.B. die Anrufung des dreieinigen Gottes, die Erinnerung an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern und die Verwendung von Brot und Wein.
In der orthodoxen Kirche werden Brot und Wein im Kelch als Leib und Blut Christi gemischt und den Gläubigen mit einem Löffel ausgeteilt. In der katholischen Eucharistiefeier vollzieht Christus selbst durch den Priester die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. In der Regel empfangen Gläubige nur das Brot in Form einer Hostie.
In den evangelischen Kirchen empfangen die Gläubigen das Abendmahl in der Regel in beiderlei Gestalt – also Brot und Wein. Die Abendmahlspraxis zeigt dabei eine deutliche Variationsbreite: Während in manchen Gemeinden beispielsweise ein Gemeinschaftskelch genutzt wird, reichen andere kleine Einzelkelche; wieder andere ersetzen Wein durch alkoholfreien Traubensaft.
Ein Streitpunkt zwischen den Konfessionen ist nach wie vor die Frage, wer das Abendmahl zelebriert. In der orthodoxen und der katholischen Kirche muss die Eucharistiefeier durch einen Priester geleitet werden, der von einem Bischof geweiht wurde, der in der sogenannten apostolischen Sukzession steht. Diese Nachfolge der Apostel wird durch Handauflegung von Bischof zu Bischof weiter gegeben . In den evangelischen Kirchen hängt die Gültigkeit des Abendmahls nicht zwangsläufig an der Person, die die Feier leitet.

In den orthodoxen Kirchen gehört neben Patene (Oblaten-Teller) und Kelch auch ein Löffel zum Abendmahlsgeschirr. Während (im byzantinischen Ritus) Bischof, Prister und Diakon die Eucharistie per Hand erhalten, bekommen Laien – auch Kinder – Brot und Wein gemischt mit dem „Labis“ genannten Eucharistielöffel.
(Bild: Eucharistielöffel in der rumänisch-orthodoxen Kirche in Kassel)
